Bei Reptilien kommt es aus Platzgründen selten vor, dass Terrarien zu groß gewählt werden. Bei Skorpionen sieht das etwas anders aus. Dabei ist zu beachten:
In der freien Natur haben kleine wie große Skorpione mit ganz anderen Dingen zu kämpfen, als mehr oder weniger Futterdichte, Bewegungspotential oder Bodengrund. Sie haben mit dem Klima zu kämpfen! Sie haben sich vor Prädatoren (Feinde, Parasiten) in acht zu nehmen!
Anders als Echsen, sind Wüsten-Skorpione nicht in der Lage, Wasser des Morgentaus vom eigenen Körper aufzunehmen. Deshalb buddeln sie ein paar Meter tief nach unten, um sich am feuchten Sand oder gar Grundwasser zu laben. Auch wird niemand konsequent die extremen Temperaturbedingungen der Wüste im Terrarium nachstellen. Darum muss der Skorpion sich hier auch nicht bei 70°C in der Erde verstecken, weder 5 Zentimeter tief, noch 5 Meter. Zumindest im Terrarium herrscht für solche Urinstinkte keine elementare biologische Notwendigkeit, da Skorpione ihre Scheren ja nicht abwetzen müssen, wie Kaninchen ihre Zähne! (Keine Elementare, womöglich eine sekundare, aber das lasse ich jetzt aussen vor.) Wie gesagt, extremes Klima ist auch keine elementare Bedingung für Wüstenbewohner, sondern sichert lokal nur die artbezogene Vormachtstellung usw.
Im Terrarium gelten andere Prioritäten. Da hier kein geschlossener Kreislauf entstehen kann, sollte auch keiner imitiert werden (im Sinne einer langfristigen, selbstständigen Stabilität). Der "eingreifende" Faktor Mensch bleibt in jedem Fall notwendig. Große Behälter mit hoher Futterdichte führen zu viel Heimchenscheiße und damit zu Dreck und Erkrankung der Pfleglinge. Pflege (Energiebedarf, Reinigung) und Kontrolle des Tieres werden erschwert durch große Behälter. Außerdem werden sich selbst auf einer mehrere Quadratmeter großen Fläche wahrscheinlich 2 Kanibalen noch finden und fressen. In der freien Natur passiert relativ das Gleiche, nur gibt es da immer einen, der überlebt. In einem Terrarium ist für solche "Fehler" kein Platz, da ein neuer Paarungspartner nicht plötzlich von weit her auftauchen kann.
Hinweis: In Erinnerung an den Verfasser dieses Beitrages - mrbuthidae, verstorben am 13.06.2010.
Er wird immer ein Teil unserer Forengemeinschaft bleiben. Ruhe in Frieden Danny.
ja stimmt
und außerdem sollte es nicht so groß sein wegen die Gefahr für den Pfleger/in.
Was hilft es wen der/die Pfleger/in erst durch die große Landschaft des Skorpions erst suchen muss.
Warum Terrarien nicht zu groß sein sollten
von mrbuthidae am 18-06-2008, 02:06
Bei Reptilien kommt es aus Platzgründen selten vor, dass Terrarien zu groß gewählt werden. Bei Skorpionen sieht das etwas anders aus. Dabei ist zu beachten:
In der freien Natur haben kleine wie große Skorpione mit ganz anderen Dingen zu kämpfen, als mehr oder weniger Futterdichte, Bewegungspotential oder Bodengrund. Sie haben mit dem Klima zu kämpfen! Sie haben sich vor Prädatoren (Feinde, Parasiten) in acht zu nehmen!
Anders als Echsen, sind Wüsten-Skorpione nicht in der Lage, Wasser des Morgentaus vom eigenen Körper aufzunehmen. Deshalb buddeln sie ein paar Meter tief nach unten, um sich am feuchten Sand oder gar Grundwasser zu laben. Auch wird niemand konsequent die extremen Temperaturbedingungen der Wüste im Terrarium nachstellen. Darum muss der Skorpion sich hier auch nicht bei 70°C in der Erde verstecken, weder 5 Zentimeter tief, noch 5 Meter. Zumindest im Terrarium herrscht für solche Urinstinkte keine elementare biologische Notwendigkeit, da Skorpione ihre Scheren ja nicht abwetzen müssen, wie Kaninchen ihre Zähne! (Keine Elementare, womöglich eine sekundare, aber das lasse ich jetzt aussen vor.) Wie gesagt, extremes Klima ist auch keine elementare Bedingung für Wüstenbewohner, sondern sichert lokal nur die artbezogene Vormachtstellung usw.
Im Terrarium gelten andere Prioritäten. Da hier kein geschlossener Kreislauf entstehen kann, sollte auch keiner imitiert werden (im Sinne einer langfristigen, selbstständigen Stabilität). Der "eingreifende" Faktor Mensch bleibt in jedem Fall notwendig. Große Behälter mit hoher Futterdichte führen zu viel Heimchenscheiße und damit zu Dreck und Erkrankung der Pfleglinge. Pflege (Energiebedarf, Reinigung) und Kontrolle des Tieres werden erschwert durch große Behälter. Außerdem werden sich selbst auf einer mehrere Quadratmeter großen Fläche wahrscheinlich 2 Kanibalen noch finden und fressen. In der freien Natur passiert relativ das Gleiche, nur gibt es da immer einen, der überlebt. In einem Terrarium ist für solche "Fehler" kein Platz, da ein neuer Paarungspartner nicht plötzlich von weit her auftauchen kann.
Es gibt zwei Dinge, die ein wirklicher Mann liebt: die Gefahr und das Spiel. Die Frau liebt er, weil sie das gefährlichste Spielzeug ist. - Friedrich Nitzsche
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hallo will ich da mal sagen und gleich mal mit der tür ins haus fallen, schön das du sagst, nicht die terrarien zu groß anlegen, nur sag mir doch mal wie groß eines für zwei kaiserskorpione sein soll!!!!!!!!!!
Hinweis: In Erinnerung an den Verfasser dieses Beitrages - mrbuthidae, verstorben am 13.06.2010.
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naja, die beiden Kaiserscorpione, jetzt ca. 2cm groß, werden ja bei guter pflege auch was größer und sie sollen ja auch mal noch einen oder zwei dazu bekommen, aber ich danke euch für die info
Das ist ein interessanter Aspekt! 120x40cm ist schon noch im Bereich des Möglichen. Ich hatte so etwas dann immer als Schauterrarium konzipiert, also wo sich nicht alles den Bedürfnissen der Tiere unterordnen muss sondern auch Platz für "verschwenderische" Optik bleibt. Oder wie du schon erkannt hast, für mehrere Tiere.
Allerdings: bei zwei jeweils noch 2cm kleinen Skorpionen ist diese Größe absolut nicht empfehlenswert! Bedenke, dass die P.i. recht langsam wachsen! Von jetzt an kann man noch 3 Jahre rechnen, bis sie groß sind. Selbst danach wirst du meist auf ein "leeres" Terrarium schauen. Ich fürchte, ohne nochmalige Reflektion deiner Absicht wirst du damit kaum glücklich.
PS.: Was hälst du denn von Strumpfbandnattern bei 120x40x60cm?
Hinweis: In Erinnerung an den Verfasser dieses Beitrages - mrbuthidae, verstorben am 13.06.2010.
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"Platz für "verschwenderische" Optik bleibt", ich denk nicht das es mir darum geht, mir gehts vielmehr um das wohlfühlklima der beiden, es sollen ja auch pflanzen, ein brunnen, gänge und verstecke. wo ich noch überlege ist ob ich die beregnungsanlage kaufe und einbauen lasse, vieleicht auch nur ein nebler, da bin ich mir noch nicht so schlüssig
Und klar das Platzangebot wird bei "Spaziergängen" schon genutzt. Allerdings stimmen viele der genannten Punkte tatsächlich. Also man macht einem Skorpion/Pfleger nicht wirklich immer eine Freude mit einem größerem Terrarium.
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