mit Toilettenpapier habe ich es noch nicht probiert. Bei den kleinen nehme ich zum Wechsel in ein größeres Becken, nasses Kopierpapier. Evtl. laufen die kleinen darauf lieber?!
Bei der Heuschreckenzucht ist außerdem zu beachten, dass vor der Finalhäutung die LF etwas höher sein sollte, als sonst. Anderenfalls verkrüppeln die Flügel zu leicht und die Tiere scheinen danach auch nicht mehr sehr agil.
Das Selbstziehen von Gras soll - nach einem anderen Bericht - platzmäßig derart ausarten, dass es sich nicht lohnt. (Also im Winter)
Im Gegensatz zu Heimchen zerfressen Wüsten- und Wanderheuschrecken nicht die Kunststoffgaze bzw. Fliegengitter.
Viele Grüße
Hinweis: In Erinnerung an den Verfasser dieses Beitrages - mrbuthidae, verstorben am 13.06.2010.
Er wird immer ein Teil unserer Forengemeinschaft bleiben. Ruhe in Frieden Danny.
Ich dachte man lässt Weizen keimen um die Heuschrecken zu versorgen?
Schön, dass du die Frage stellst.
Das ganze Jahr über, außer im Winter, kann man mit Wiesengras, Maisblättern und Haferflocken und gelegentlich Futterkalk füttern. (Als Zufutter akzeptieren sie auch Brombeere.) Ob man jetzt im Winter Gras, Katzengras oder Keimweizen zieht, ist den Heuschrecken ziemlich wurscht.
Jedoch braucht Keimweizen 1 1/2 Wochen, um geerntet werden zu können. Das ist nicht sehr viel schneller, als gewöhnliches Gras. Das wiederum heißt, dass man 10 Töpfe kontinuierlich im Wechsel ziehen muß. Theoretisch kann man Keimweizen ohne Substrat säen, jedoch steigt die Schimmelgefahr. Gras kann man in Erde wachsen lassen und den Topf dann zum abfressen ins Terrarium stellen. In jedem Fall braucht man etwa eine gute Hand voll Gras pro Tag.
Meiner Meinung nach sollte man die Zucht für die Zeit einstellen, wo draußen wegen Schnee und Kälte wirklich kein Gras mehr wächst. Wer die Wiese und das Maisfeld nicht "vor den Haustür" hat, wird wohl schon das ganze Jahr über mit Weizenzucht kalkulieren müssen. Ob sich das lohnt ist keine Kosten- , aber Platzfrage!
In Kürze werde ich hier ein Foto mit einer kurzen Beschreibung eines Zuchtkastens für Heuschrecken einstellen. Mal sehen, ob' s jemandem was nützt...
Hinweis: In Erinnerung an den Verfasser dieses Beitrages - mrbuthidae, verstorben am 13.06.2010.
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mit Toilettenpapier habe ich es noch nicht probiert. Bei den kleinen nehme ich zum Wechsel in ein größeres Becken, nasses Kopierpapier. Evtl. laufen die kleinen darauf lieber?!
eine Zucht lohnt sich für mich (noch) nicht, aber ich habe es trotzdem mal probiert und möchte hier schildern, wie ich es gemacht habe und hoffe, dass es dem Einen oder Anderen helfen wird:
Ich habe eine Filmdose mit Humussubstrat (Humusziegel gibt es z. B. bei Zoo & Co) gefüllt, Fliegengitter über die Dose gespannt und es mit Paketklebeband an der Dose festgeklebt, sodass es straff gespannt ist. Den Humus habe ich mit einer Pipette befeuchtet und die Dose in den Cricket Keeper zu den teils adulten Heimchen gestellt. Ungefähr alle 2 Tage habe ich neues Wasser in die Dose geträufelt, sodass der Humus feucht ist, aber nicht nass. Nach ca. 1 Woche habe ich die Filmdose entnommen, den Inhalt in eine HD geschüttet und noch mehr Humus drauf gegeben.
Die HD habe ich in ein Terrarium mit ca. 30 Grad gestellt. Nach ungefähr 10 Tagen schlüpften die ersten Micros. Da aber einige durch die Lüftungslöcher der HD entkamen (ich werde zukünftig das Substrat mit Eiern sofort in die Schüssel geben), habe ich den Humus samt Micros in eine halbwegs durchsichtige Tupperschüssel mit Deckel gegeben, in den ich oben Luftlöcher mit einem heißen Nagel gestochen/geschmolzen habe, den ich mit einem Feuerzeug erhitzte und mit einer Zange festhielt, da er viel zu heiß für die Finger wurde. Die Micros waren nun teils verschüttet, gruben sich aus dem lockeren Humus aber wieder aus. Auf das Substrat habe ich 3 kleine Rindenstücke gelegt, um ihnen Versteckmöglichkeiten zu bieten. Allerdings haben sie sich auch oft im lockeren und unebenen Humus versteckt. Als Futter habe ich den Micros ein Möhrenstück und Haferflocken angeboten, beides in getrennten Flaschendeckeln, die ich in den Humus gedrückt habe. Feuchtfutter wäre nicht unbedingt nötig, da ich nach Umsetzen ein paar mal kräftig in die Schüssel sprühte, die Luftfeuchtigkeit bis heute ca. 70% beträgt und sich Wassertropfen am Deckel und an den Seiten der Schüssel bilden. Damit die Heimchen sich schneller entwickeln, habe ich die Schüssel auf ein Terrarium gestellt, wodurch im Inneren der Tupperschüssel ca. 30 C° herrschen.
Die Heimchen sind nach 9 Tagen nun 3-4 mm groß, agil und wohlauf. Ihre Zahl schätze ich auf 100. Es wären mehr, hätten die Heimchen Teile ihrer Eier nicht aufgefressen. Das Fliegengitter schützte die tiefer gelegenen Eier, doch die an der Oberfläche wurden oft oder immer verspeist.
Bilder
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Hier meine Utensilien: Filmdose, Stück Fliegengitter, Paketklebeband, Zange, Nagel, Feuerzeug und Pipette.
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Hier ist das Stück Fliegengitter mit einem Gummiband über die Filmdose gespannt, was man natürlich auch nehmen kann. Mir persönlich wäre das allein aber zu wenig, da das Gummiband leicht verrutschen kann. Jedoch ist es so einfacher, das Klebeband um zu zuwickeln. Auf dem Bild ist kein Humus in der Filmdose, der gehört für eine Eiablage aber natürlich hinein.
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Dies ist der Cricket Keeper, in dem aktuell nur noch 6 alte Heimchen leben, die Eltern der Micros und noch einer zukünftigen Generation.
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Im Cricket Keeper ist zurzeit ein größerer Eiablagebehälter, der Kopf einer Taschenlampe. Damit die Heimchen an dem glatten Paketklebeband empor klimmen können, sollte man vielleicht noch etwas mit rauer Oberfläche um den Eiablagebehälter auf das Paketklebeband kleben oder eine Brücke legen. Ich habe hier ein Stück von der Kleberolle um zu geklebt (klebt von einer Seite selbst, wenn man die Folie abzieht), die zum Festmachen vom Fliegengitter in den Fensterahmen dient. Auf der einen Seite klebt es, auf der anderen hat es eine bestimmt Struktur, die das Fliegengitter hält und wo auch Heimchen hochklettern können.
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Hier das Hemchenheim, eine Plastikschüssel.
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Die Schüssel besteht aus 3 Teilen. Im Deckel ist noch ein kleinerer Deckel. Möchte man in der Schüssel hantieren, braucht man einfach nur den kleinen abnehmen anstatt den gesamten Deckel, was die Ausbruchsgefahr der Heimchen vermindert.
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Im kleinen Deckel habe ich die Luftlöcher mit dem heißen Nagel gestochen. Das Schwarze ist keine Farbe, sondern verschmortes Plastik.
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Hier die Schüssel mit Inhalt (Heimchen, Humus etc.). Man kann am Deckel und an den Seiten deutlich die Wassertropfen erkennen, die sich aufgrund der Wärme bilden. Von diesen können die Heimchen trinken. Das Humussubstrat in der Schüssel ist 1 bis 2 cm hoch.
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Hier die Plastikschüssel von innen. Zu sehen: 3 Rindenstücke zum Verstecken, 2 Flaschendeckel für Möhrenstücke und Haferflocken. Alles auf Humus, da es sehr gut Feuchtigkeit speichert, die die Micros brauchen.
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Zu sehen ist die Plastikschüssel. Sie steht auf einem Compact Top von Exo Terra (die Birne hat 25 Watt), welches nach oben durch Schlitze Wärme abgibt, die in der Schüssel eine Temperatur von ca. 35 C° erzeugt. Daher habe ich zwischen Schüssel und Compact Top eine Plastikdose mit Sand gefüllt geschoben, die ein Teil der Wärme abhält und für 30 C° in der Schüssel sorgt. Leer hat die Plastikdose übrigens nur etwa 1 C° weniger gebracht.
Foto1118.jpg
Dies ist ein Microheimchen-Fanggerät.Wenn ich z. B. die Flaschendeckel in der Schüssel säubere und sich Micros in ihnen befinden, sauge ich sie ein und puste sie woanders wieder raus. Die Idee stammt aber nicht von mir, ich habe sie in diesem oder einem anderen Forum aufgeschnappt. Man nimmt einen Strohhalm, deckt ein Ende mit einem Stück Zewa, Klopapier oder Taschentuch zu und klebt es fest. Ich habe hierzu wieder Paketklebeband genommen.
interessante Vorgehensweise. Wenn man sich mit der Materie beschäftigt und ein bisschen Improvisationskunst mitbringt, kann man da schon einiges "zaubern".
Für mich ist der Aufwand jedoch zu hoch, ich kaufe meine Heimchen sehr günstig ein. So richtig lohnen würde sich eine Zucht für mich nicht wirklich.
Aber vielen Dank für diese Einblicke. Kannst du das Ganze noch visuell mit Bildern hinterlegen? Da kann man sich die Vorgehensweise / Konstruktion einfach noch besser vorstellen.
MfG
M.
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