Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Steppengrille umfasst die Bahamas, Kuba, Jamaika, Puerto Rico, sowie das Festland rund um die Karibik. Ebenso wurden sie nach Südtexas und Südflorida eingeschleppt. Dort bewohnen sie offene Flächen, wie Wiesen, Felder und Wegränder. Aufgrund der fehlenden Jahreszeiten in ihrem Heimatgebiet pflanzen sie sich ganzjährig fort.
Merkmale/Aussehen
Die Weibchen errreichen eine Größe von 35mm, Männchen sind etwas kleiner. Die Grundfarbe der Steppengrillen ist ein gelbton bis kastanienbraun. Das Abdomen und die Kopfvorderseite sind schwarz. Beide Geschlechter haben im Adultstadium Flügel. Steppengrillen zirpen deutlich seltener als die anderen gängigen Futtergrillen. Außerdem haben sie eine geminderte Sprungkraft und sind deutlich ruhiger im Verhalten.
Haltung
Als „Terrarien“ kann man Faunaboxen oder ein Aquarium verwenden. Als Bodengrund hat sich Kleintierstreu und/oder Sand bewährt. Da die Steppengrille gerne verborgen lebt, sollte man ihr einen Unterschlupf anbieten. Eierkartons und Küchenrollen eignen sich hierbei sehr gut, sie werden sehr schnell von den Tieren besiedelt. Aufgrund der ständigen Aktivität der Tiere produzieren sie eine gewisse Eigenwärme, welche vor allem im Sommer die Haltungstemperatur nach oben treiben kann. Hier sollte man darauf achten, dass es in den Behältern nicht zu warm wird. Da es sich um eine große Grillenart handelt sind sub- adulte Exemplare in der Größe mit adulten Acheta domesticus vergleichbar.
Steppengrillen brauchen etwas mehr Wärme als die anderen gängigen Futtergrillen. Temperaturen von 25-30°C sollten ganzjährig erreicht werden. Somit steigt auch das Wachstum und die Fortpflanzung. Dafür kann man eine Glühbirnen bzw. einen Wärmestrahler benutzen. Eine weitere Alternative sind Heizkabel. Die Wärme ist ist sehr wichtig für die Zucht. Ist die Temperatur zu niedrig, sterben bereits gelegte Eier ab bzw. es werden nicht mehr so viele gelegt. Man sollte den Behälter relativ trocken halten und nicht sprühen, um Schimmel zu vermeiden. Wenn man möchte kann man eine flache Wasserschüssel hinzu geben. Meine Tiere nehmen ihre Feuchtigkeit durch die Nahrung auf.
Die Eiablage erfolgt in ein feuchtes Substrat. Bei der Zucht bietet man ihnen eine Plastikbox an, (wie zum Beispiel eine Heimchendose) die mit Blumenerde, Torf oder Anzuchterde gefüllt ist. Sogar in feuchte Watte oder in einen feuchten Schwamm legen sie ihr Eier ab. Sobald das Substrat hinein gefüllt wurde, kommt ein feinmaschiges Gitter über die Box, um sie vor Plünderungen der anderen Tiere zu schützen. Wichtig: Das Substrat darf nie austrocknen. Alle drei bis vier Tage das Substrat anfeuchten reicht vollkommen. Man sollte in die Box ein paar Löcher reinbohren, damit keine Staunässe entsteht. Bei 30°C schlüpfen die Jungtiere nach etwa drei bis vier Wochen. Man sollte die Jungen von den Elterntieren trennen um Kannibalismus zu verhindern.
Meine Aufzuchtbox. Einfach eingerichtet und zu sehen ist auch noch etwas Trockenfutter in Form von Fischflocken.
Geschlechtsbestimmung und Lautäußerung
Weibchen erkennt man im Adultstadium deutlich an ihren Legestachel. Steppengrillen zirpen in dem sie ihre zwei Flügel oder die Innenseite der Hinterbeine an einem Flügel reiben, wo Schrillkanten über Schrillflächen sind.
Nahrung
Steppengrillen sind Allesfresser. Man sollte ihnen Trocken- und Feuchtfutter anbieten. Als Trockenfutter kann man Hundeflocken, Fischflocken, trockenes Katzenfutter und Brot anbieten. Als Feuchtfutter kann man Obst und Gemüse, sowie Salatblätter verfüttern, was auch als Feuchtigkeitsaufnahme dient. Wichtig ist, dass man beide „Gänge“ getrennt in den Behälter einbringt. Füttert man regelmäßig mit Feuchtfutter, so kann auf eine zusätzliche Wasserschüssel verzichtet werden. Hunde- und Fischflocken befinden sich ständig im Becken. Salatblätter und Obst werden2x die Woche angeboten, dies aber nur in geringer Zahl, damit alles aufgefressen werden kann. So verhindert man Schimmel. Eine weiter Möglichkeit im Sommer sind Löwenzahn und Gartenkräuter. Sollte beim Kochen mal ein Rest an Kartoffeln oder Nudeln übrig bleiben, sind sie auch hier dankenswerte Abnehmer. Eine gute Ernährung kommt auch den „Abnehmer“ zu Gute. Bei Skorpionen ist dies zwar nicht ganz so wichtig, allerdings sollte man dies bei Reptilien durchaus beachten.
normale Fischflocken
frischer Löwenzahn
Fangmethoden
Steppengrillen sind sehr flinke Tiere. Sie können sehr schnell entkommen, wenn man nicht aufpasst und kriechen in Spalten und Nischen. Wenn man Pech hat vermehren sie sich in der Wohnung und man kann nach einiger Zeit das Zirpen aus jeder Ecke hören.
Um dies zu verhindern sollte man hohe und ausbruchsichere Zuchtbehälter verwenden. Außerdem ist darauf zu achten, dass man keine adulten Weibchen verfüttert. Dadurch wird die Zucht nicht geschwächt und es können keine ungewollten Jungtiere im Terrarium auftauchen.
Wenn doch mal mehrere Steppengrillen entkommen sind kann man auf Heimchenfallen oder selbst gebaute Fallen, in denen ein Stück Obst zu finden ist zurück greifen. Als Fallen kann man zum Beispiel einen Glasbehälter, wie Marmeladengläser oder Gurkengläser, verwenden in denen ein Stück Apfel Salat etc. zu finden ist. Damit die entkommenen Grillen auch hinein krabbeln können lehnt man ein Stück Holz an den Behälter. Dort können sie hinauf laufen und sobald sie hinein gefallen sind, kommen sie nicht mehr hinaus.
Eine weitere Möglichkeit ist ein feuchtes Zewa, Zellstofftuch oder normale feuchte Tücher. Die Tiere suchen den feuchten Bereich auf. Danach kann man das Futtertier einfach einfangen.
Entkommene Steppengrille hat abends das feuchte Tuch aufgesucht.
Anmerkung
Ich habe vor einiger Zeit die Zucht von Gryllus assimilis abgebrochen und ernähre meine jetzt nur noch, damit ich auch gesunde und fite Futtertiere an meine Skorpione und Geckos verfüttern kann. Einige Gründe dafür sind die enorme Menge an Jungtieren, das laute und nervende Zirpen und der üble Gestank den sie erzeugen. Außerdem sollte man aufpassen, dass kein Tier entkommt. Wenn man Pech hat hört man nämlich dann das Zirpen aus jeder Ecke. Also man sollte sich vorher genau überlegen, ob man die Steppengrille züchten möchte.
Hinweis
Der Haltungsbericht ist mein Gedankengut und Quellen wurden gekennzeichnet.
Mein persönlicher Dank geht an Martin aka. Schattenjaeger_01, der diesen Haltungsbericht ergänzt und ihn Probe gelesen hat. Vielen Dank!
Temperaturen von 25-30°C sollten ganzjährig erreicht werden. (...)Die Wärme ist ist sehr wichtig für die Tiere. Dies zeigt sich, wenn man die Wärmequelle ausschaltet. Bei mir war die Folge ein Massensterben.
...kann ich so nicht bestätigen. Bei mir stehen die Tiere ohne zusätzliche Wärmequelle und mir geht nichts ein.
...kann ich so nicht bestätigen. Bei mir stehen die Tiere ohne zusätzliche Wärmequelle und mir geht nichts ein.
Gruß
Stimmt. Habe ich etwas falsch geschrieben. Ich habe eine Wärmelampe gehabt und als ich diese für längere Zeit ausschaltete gingen mir die Tiere ein. (habe ja auch geschrieben, wenn man die Wärmequelle ausschaltet)
MfG
Florian
Unter 25°C bricht die Zucht ein, Eier werden nicht mehr abgelegt bzw. bereits abgelegte Eier reifen nicht mehr heran und sterben ab.
Dann hast du aber viel interpretiert^^
Für mich heißt der Satz: "Fällt die Temperatur unter 25°, fallen dir die Tierchen tot vom Ast."
Da meine Tiere seit jeher ohne zusätzliche Wärmequellen bei Zimmertemperatur stehen, sei es nun Sommer oder Winter, und bei mir noch nie temperaturbedingte "Massensterben" eingetreten sind, fühlte ich mich genötigt, das mal zu erwähnen :P
Da ich die Tiere nicht züchte, kann ich zu dem Teil mit den Eiern nichts beitragen (außer das adulte Weibchen sehr wohl versuchen, ihre Eier abzulegen, wenn ich feuchtes Zewa o.ä. biete), aber zumindest häuten können sich meine Exemplare einwandfrei. Von absterbenden Eiern war nunmal in dem Satz nicht die Rede...
Aber ist ja nicht weiter schlimm.
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