Tityus stigmurus:
Diese Art verfügt über einen für den Menschen sehr gefährlichen Giftcocktail aus Beta- und Gammatoxinen. Es wurden insgesamt 5 Toxine lokalisiert, wobei 4 Toxine in der Wirkung gegen Säuger und 1 Toxin gegen Insekten gerichtet ist (G. Schmidt in „Giftige und gefährliche Spinnentiere). Das Vergiftungsbild reicht vom starken, brennenden Schmerz kombiniert mit Unruhe, über eine lokale Parästhesie (nicht schmerzhafte Empfindung wie Kribbeln, Ameisenlaufen, Pelzigkeit, Prickeln, Jucken, Schwellungsgefühl und Kälte- oder Warmempfindung) bis hin zu Atemschwierigkeit. Die durch einen Stich ausgelösten sehr schweren Vergiftungen führen nur in seltenen Fällen zu systemischen Wirkungen. Meist bleibt es bei überaus starker lokaler Symptomatik mit Unpässlichkeit. Der Giftcocktail aus Beta- und Gammatoxinen stimuliert beide Anteile des autonomen Nervensystems. Somit kommt es zur Ausschüttung von Katecholaminen und Acetylcholin. Daraus resultieren vorübergehende starke cholinerge Effekte (Erbrechen, profuses Schwitzen, Bradykardie, vermehrter Speichelfluss, art. Hypotension).
Exemplare von Tityus stigmurus verfügen über ein Gift mit einem LD50 – Wert von 0,43 bis 1,00mg/kg
Zu den möglichen Giftwirkungen (Quelle: Giftnotrufzentrale München): Allgemein: starker Schmerz sofort nach dem Stich an der Stichstelle mit baldigen cholinergen Anzeichen; Lokal: zu 100% starker Schmerz an der Stichstelle; Cholinerge Anzeichen: sehr bald nach Stich Speichelfluss, Schwitzen, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall; Zusätzlich: Lungenödem kardial und evtl. auch extrakardial als direkte Toxinauswirkung 1 bis 12h nach Stich, erhöhter Blutzucker, Leukozytose; Behandlung: jeder Patient mit Tityus-Stich sollte mindestens 4 Stunden stationär überwacht werden, bei systemischen Symptomen (Wahrscheinlichkeit bei T. stigmurus gering) bis zur Symptomfreiheit. Kardiale Symptome werden bei auftretender Hypotonie mit Nifedipin oder Nitraten behandelt. Auftretendes Lungenödem nach Normalisierung des RR und des peripheren Widerstandes bei Weiterbestehen des Ödems frühe Entscheidung zur Intubation und PEEP-Beatmung gegen toxisches Lungenödem.
An der Anzahl der Neider erkennt man seine Fähigkeiten Niveau ist keine Hautcreme aktuelle Abgabeliste: >>Skorpione<<
Tityus stigmurus:
Das Vergiftungsbild reicht vom starken, brennenden Schmerz kombiniert mit Unruhe, über eine lokale Parästhesie (nicht schmerzhafte Empfindung wie Kribbeln, Ameisenlaufen, Pelzigkeit, Prickeln, Jucken, Schwellungsgefühl und Kälte- oder Warmempfindung) bis hin ...
Meist bleibt es bei überaus starker lokaler Symptomatik mit Unpässlichkeit.
Ich versuche mir vorzustellen, wie man die Schmerzen (lokal) von den beschriebenen Parästhesie-Symtomen determinieren könnte. Also entweder kann man kausal-physisch von der Ursache: "Vergiftung" sprechen, oder von einer nichtbeteiligten Körperfunktion (medizinisch) - für mich ist das keine Parästhesie, da sie diagnostisch nicht verifiziert werden kann. Ich hoffe, man versteht meine Überlegung.
Ich sehe es als weniger wichtig...aber seit dem ich diesen Beitrag las, dachte ich dauernd darüber nach. Zumindest ist nach anderer Quelle Parästhesie eine -evtl.- schmerzhafte Fehlempfindung! Und bei der o.g. Definition geht nicht beides gleichzeitig...
Zitat von Androctonus_01
Lokal: zu 100% starker Schmerz an der Stichstelle...
Quantitativ!, nehme ich an.
Hinweis: In Erinnerung an den Verfasser dieses Beitrages - mrbuthidae, verstorben am 13.06.2010.
Er wird immer ein Teil unserer Forengemeinschaft bleiben. Ruhe in Frieden Danny.
ich glaube deiner Überlegung folgen zu können. Ich wurde zum Glück selbst noch nie gestochen und habe solch einen Alptraum noch nicht selbst erlebt.
Man hat es mir wie folgt erklärt: man spricht von einer Symptomenverlaufsform. Direkt nach dem Stich setzt der starke (ja, quantitative) Schmerz ein. Spätestens beim Einsetzen der cholinergen Anzeichen ist dieser Schmerz abgeklungen. Der Organismus hat durch Ausschüttung von Neurotransmittern, z.B. Acetylcholin, soviel Adrenalin in den Körper gepumpt damit eine erste Symptomenbekämpfung (Schutzmechansimus gegen die horänten Schmerzen) bereits erfolgt ist. Die cholinergen Anzeichen können nun durch eine Parästhesie begleitet werden. Des Weiteren ist zu sagen, dass jeder Stich sich, in Abhängigkeit der Konstitution des Stichopfers (auch Impfungen spielen hier eine Rolle), etwas anders auswirkt. Manche Symptome treten verstärkt, andere eventuell überhaupt nicht auf.
MfG
M.
An der Anzahl der Neider erkennt man seine Fähigkeiten Niveau ist keine Hautcreme aktuelle Abgabeliste: >>Skorpione<<
Oh, Danke! Jedenfalls kann ich mir jetzt noch mehr darunter vorstellen... Das werde ich mir noch ein paar mal in Ruhe durchlesen. Aber ich sehe jetzt schon, dass ich mir wohl die richtige Vorstellung dazu gemacht habe. Du hast es exakt erklärt und eine (hier: zu) ausgezeichnete Vollständigkeit gehabt! -Daher rührte dann wohl meine Frage zum vollen Verständnis.
Also noch mal Danke, für die gut formulierte Ergänzung!
Es setzt also eine Art bewußstseinsverändernde Wirkung ein, die sinngemäß aus der endogenen, endorphinen Betäubung resultiert. So ähnlich wie Drogen die Wahrnehmung beeinflussen. Mein Bekannter (Apotheker) berichtete mir von seiner Kindheit in ..."Gebiet: Ural"; von einem Stichunfall eines Kollegen, der anschließend starke psychedelische Effekte hatte - was mir seinerzeit schon bemerkenswert schien. Die Betonung, in dieser überlieferten Geschichte, lag ganz deutlich auf psychedelisch statt auf Schmerzen. In einem anderen Zusammenhang kenne ich selbst Medikamente -Schmerzmittel u.a., die stark Wirken aber heftige NW haben; nimmt man gezielt weitere Medikamente gegen die NW, wird man u.U. fast schlagartig high. Ein ähnliches Prinzip!
Kann man das so Stehenlassen?
LG
Danny
Hinweis: In Erinnerung an den Verfasser dieses Beitrages - mrbuthidae, verstorben am 13.06.2010.
Er wird immer ein Teil unserer Forengemeinschaft bleiben. Ruhe in Frieden Danny.
Oh, Danke! Jedenfalls kann ich mir jetzt noch mehr darunter vorstellen... Das werde ich mir noch ein paar mal in Ruhe durchlesen. Aber ich sehe jetzt schon, dass ich mir wohl die richtige Vorstellung dazu gemacht habe. Du hast es exakt erklärt und eine (hier: zu) ausgezeichnete Vollständigkeit gehabt! -Daher rührte dann wohl meine Frage zum vollen Verständnis.
Also noch mal Danke, für die gut formulierte Ergänzung!
Es setzt also eine Art bewußstseinsverändernde Wirkung ein, die sinngemäß aus der endogenen, endorphinen Betäubung resultiert. So ähnlich wie Drogen die Wahrnehmung beeinflussen. Mein Bekannter (Apotheker) berichtete mir von seiner Kindheit in ..."Gebiet: Ural"; von einem Stichunfall eines Kollegen, der anschließend starke psychedelische Effekte hatte - was mir seinerzeit schon bemerkenswert schien. Die Betonung, in dieser überlieferten Geschichte, lag ganz deutlich auf psychedelisch statt auf Schmerzen. In einem anderen Zusammenhang kenne ich selbst Medikamente -Schmerzmittel u.a., die stark Wirken aber heftige NW haben; nimmt man gezielt weitere Medikamente gegen die NW, wird man u.U. fast schlagartig high. Ein ähnliches Prinzip!
Kann man das so Stehenlassen?
LG
Danny
"Nous avons d'accord!" - Ja, kann man so Stehenlassen
An der Anzahl der Neider erkennt man seine Fähigkeiten Niveau ist keine Hautcreme aktuelle Abgabeliste: >>Skorpione<<
Lesezeichen