aufgrund eines Themas in einem anderen Forum mache ich mir jetzt schon lange Gedanken über die parthenogenese von einigen Tierarten. Da es in dem anderen Forum mehr über Echsen zu erfahren gibt, nahmen sie als Beispiel Lepidodactylus lugubris. Hier würde ich eher an Hottentotta hottentotta denken.
In der Terraristik sind Männchen von Hottentotta hottentotta anscheinend nur noch sehr selten bzw. kaum mehr vorhanden?! Die Weibchen befruchten sich ja anscheinend selbst und so entstehen viele "Klone" (so nannten sie die Jungtiere im anderen Forum ) des Weibchens.
Doch wie sieht es denn dann in der Natur aus? Ich habe gelesen, dass es selbst in der Natur fast nur noch Weibchen gibt. Wenn man den Quellen trauen darf, sollte es ja auch nur noch in Burkina Faso männliche H.hottentotta geben?!
Das heißt also, dass in den anderen Verbreitungsgebieten die Männchen "ausgestorben" sind? Denn wenn sich die Weibchen ständig selbst befruchten werden die Männchen ja praktisch überflüßig.
Was wird denn dann in Burkina Faso passieren? Werden die Männchen denn auch irgendwann nicht mehr existieren? Was will denn nun die Natur?! Dass die Weibchen sich an ihrer parthenogenese bedienen oder eine Fortpflanzung zwischen Männchen und Weibchen besteht?
Ich denke das Thema ist gar nicht so uninteressant. Ich hoffe hier werden einfach mal eure Gedanken niedergeschrieben. Über Links oder Buchempfehlungen bin ich natürlich auch glücklich.
aufgrund eines Themas in einem anderen Forum mache ich mir jetzt schon lange Gedanken über die parthenogenese von einigen Tierarten. Da es in dem anderen Forum mehr über Echsen zu erfahren gibt, nahmen sie als Beispiel Lepidodactylus lugubris. Hier würde ich eher an Hottentotta hottentotta denken.
Der Fantasie sind theoretisch keine Grenzen gesetzt
Das prinzip der parthenogenese mag das gleiche sein, wobei mir so gut wie keine Tierarten bekannt sind mit dieser fähigkeit,.
Zitat von Florian
In der Terraristik sind Männchen von Hottentotta hottentotta anscheinend nur noch sehr selten bzw. kaum mehr vorhanden?!
Das ist richtig,.
Zitat von Florian
Die Weibchen befruchten sich ja anscheinend selbst und so entstehen viele "Klone" (so nannten sie die Jungtiere im anderen Forum ) des Weibchens.
Genau deswegen!
Ich würde das eher alls Nachkommen bezeichnen,.
Zitat von Florian
Doch wie sieht es denn dann in der Natur aus? Ich habe gelesen, dass es selbst in der Natur fast nur noch Weibchen gibt. Wenn man den Quellen trauen darf, sollte es ja auch nur noch in Burkina Faso männliche H.hottentotta geben?!
Weil sich die Tiere im laufe der Zeit, stark selber Vermehrt haben, sprich die Weibchen!
Es gibt männliche Tiere ausschließlich meines Wissens nach nur noch in Burkina Faso, das ist leider Richtig ja!
Zitat von Florian
Das heißt also, dass in den anderen Verbreitungsgebieten die Männchen "ausgestorben" sind? Denn wenn sich die Weibchen ständig selbst befruchten werden die Männchen ja praktisch überflüßig.
So würde ich das nicht bezeichnen das sie ausgestorben sind, das Vorkommen der Tiere ist im Laufe der Zeit Stark zurückgegangen!
Zitat von Florian
Was wird denn dann in Burkina Faso passieren? Werden die Männchen denn auch irgendwann nicht mehr existieren? Was will denn nun die Natur?! Dass die Weibchen sich an ihrer parthenogenese bedienen oder eine Fortpflanzung zwischen Männchen und Weibchen besteht?
Ich denke diese Frage kann dir niemand so genau beantworten, wenn nicht lasse ich mich gerne belehren und verbessern,.
Allerdings wenn du mich fragst würde ich das eher alls eine laune der Natur bezeichnen!
Zitat von Florian
Ich denke das Thema ist gar nicht so uninteressant. Ich hoffe hier werden einfach mal eure Gedanken niedergeschrieben. Über Links oder Buchempfehlungen bin ich natürlich auch glücklich.
Buch wüsst ich jetzt auf die schnelle keins, aber der Thread liest sich ganz gut, da hast recht
lg bruthus
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft
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habe auch schon darüber nachgedacht und finde diese Art der Fortpflanzung sehr interessant. Anderen Populationen gegenüber finde ich es allerdings nicht so vorteilhaft, da sie dadurch verdrängt werden...
Schätze mal, dass die parthenogenetisch veranlagten Tiere weiter entwickelt sind, als die anderen und es im Laufe der Zeit immer mehr davon geben wird. Solche Entwicklungen dauern aber mit Sicherheit sehr viel länger als unser kurzes Leben hier.
Möglicherweise gibt es diese Tiere auch schon länger als andere und es ist eine Art natürlicher Fortschritt der Entwicklung...
Wer weiß das schon?
Dennoch sehr faszinierend!
Gruß Swen
Geändert von Skorpionagetier (11.01.2012 um 13:27 Uhr)
Parthenogenese hat aber nur da deutliche Vorteile, wo z.B. das Aufeinandertreffen zweier Geschlechtspartner unwahrscheinlich wird. Parthenogenese ist keine Greencard, die alles einfacher macht, sonst hätte sie sich schon weitaus mehr durchgesetzt - Fakt ist aber sie trifft nur bei wenigen Tierarten auf. In der langen Evolution der Tierwelt wäre sie viel dominanter, wenn sie wirklich so unübertrefflich gut wäre
Ein Grund für das spärliche Auftreten könnte in der Tat sein, dass Parthenogenese auf Grund der verringerten genetischen Rekombination (da die Jungtiere nur das Genmaterial eines Elterntieres erhalten) Mutationen und somit auch positive Mutationen weniger bevorzugt als es eine sexuelle Fortpflanzung tut und daher ist Parthenogenese weniger geeignet für evolutionären "Fortschritt". Kurz gesagt ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Art evolutionär auf der Stelle tritt und daher früher oder später ausstirbt bei parthenogenetischen Arten weitaus größer, als bei solchen, die sich sexuell vermehren - Parthenogenese ist also eher keine Langzeitlösung.
Es kann auch bei parthenogenetischen Populationen passieren, dass wieder Männchen geboren werden, allerdings ist das natürlich nicht der Regelfall. Aber du hast natürlich recht damit, dass die Männchen in solchen Populationen aussterben, eben da sich parthenogenetische Skorpione soweit bekannt (eine bekannte Ausnahme aus dem Labor scheint es zu geben) durch eine Form der Parthenogenese vermehren, bei der ausschließlich Weibchen entstehen (Thelytokie). Männchen können über die Generationen also nur fortbestehen, wenn sie ihr Erbgut durch sexuelle Vermehrung in die Population einbringen. Die Anzahl der Männchen wird also mehr und mehr sinken, wenn sich die Anzahl der Weibchen, die sich parthenogenetisch fortpflanzen kann, mit zunehmender Generation zunimmt.
Wenn dich das Thema interessiert, dann solltest du z.B. folgendes Paper lesen:
Lourenço, W. R. (2000). Reproduction in scorpions, with special reference to parthenogenesis. European Arachnology, 71-85.
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Ich finde, Finn hat was ganz entscheidendes, wichtiges und natürlich auch richtiges gesagt. Parthogenese ist keine besonders gute Langzeitlösung. Tiere die sich geschlechtlich fortpflanzen haben einfach den Vorteil, sich auf z.B. ändernde Umwelteinflüsse schneller einstellen zu können. Das bringt natürlich eine gewisse Sicherheit im Erhalt der Art.
Ich denke, die Evolution hat einfach immer wieder eigene Variationen in allen möglichen Aspekten hervorgebracht, und wären sie vlt. "besser" so wären sie wahrscheinlich keine Variation, sondern wir würden wahrscheinlich auch so sein.
Hallo.
Ich finde dieses Thema auch sehr interessant.
Kennt denn eventuell jemand eine Seite wo man sich eine Liste aller parthenogenetischen Arten ansehen kann?
Ich würde auch gern mehr über das hema im allgemeinen erfahren.
Lg Mathias
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